Dienstag, 11. Februar 2014

Der lange Weg zum Wunschkind (Teil 2)

Unserer ersten ICSI stand also nichts mehr im Wege... 
Ich bekam Gonal F verschrieben und ich sollte es mir jeden Abend zur gleichen Uhrzeit spritzen.

Die ersten zwei Tage 225 Einheiten und dann nochmal fünf Tage lang 187 Einheiten.
An den letzten drei Tagen von den fünfen kam dann auch noch eine Spritze hinzu, mit dem Namen Cetrotide, die den Eisprung unterdrücken sollte. 
Nach meiner letzten Kontrolle sah alles sehr gut aus und ich war bereit für die Entnahme der Eizellen, die sogenannte Punktion. Dafür sollte ich mir dann Montags Abends eine Auslösesptrize setzen und Mittwochs war es dann endlich soweit :-D

Hier mal ein Foto von meinem ersten Behandlungsplan

Ich muss sagen, dass ich vor der Punktion doch ziemlich aufgeregt war... ich bin vor der Gebärmutterspiegelung noch nie operiert worden oder habe eine Narkose bekommen... und dies war nun das zweite Mal, dass ich mich in die Hände der Anästesistin begab. 
Es ging relativ schnell und ich dann war ich auch schon wieder im Aufwachraum... diesmal nur um einiges benebelter als wie bei dem ersten Mal... diesmal hab ich die zwei Stunden zum richtig wach werden wirklich gebraucht! Dann kam der Arzt zu mir und meinte dass alles super und ohne Probleme geklappt hätte. Er hätte 11 Eizellen entnehmen können und dass ich mich heute noch schonen soll, da durch die Stimulation die Eierstöcke noch vergrößert wären und auch der Eingriff könnte mir im Nachhinein ein wenig Schmerzen bereiten. Ich sollte am nächsten Tag daheim auf den Anruf vom Labor warten bei dem mir dann mitgeteilt wurde wie viele Eizellen befruchtet werden konnten.

Die Schmerzen hielten sich in Grenzen... war nur manchmal ein unangenehmes Druckgefühl und wenn ich zu schnell zu viel machen wollte war es wie ein Seitenstechen in der Gegend.
24 Std. können schon echt langsam vergehen wenn man auf so einen Anruf wartet...
Aber umso größer war dann die Freude als es hieß, dass 6 Eizellen befruchtet werden konnten. Wir beschlossen daraufhin, dass wir 2 davon wieder transferiert bekommen wollten und 4 sollten eingefroren werden.

Das Einfrieren übernimmt leider keine Krankenkasse. Ebenso wenig wie den Kryoversuch mit den Eisbärchen. Auf der einen Seite gut, da sie nicht in die 3 bezahlten Versuche fallen und man somit mehr als nur diese hat... auf der anderen Seite muss man aber auch das Geld erst einmal haben! Die Preise sind von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Hier im Saarland kostet das Einfrieren inkl. aller Laborkosten, Medium und Material 360 Euro und die Lagerung für 6 Monate nochmal 160Euro.

Am Samstag war dann der große Tag... unser ersten Transfer!!! :-D 
1 1/2 bis 2 std. vorher musste ich noch ein Zäpfchen nehmen, damit während dem Transfer meine Gebärmutter entspannt bleibt und sich nicht evtl. verkrampft.
Zuerst wurden wir in ein Besprechungszimmer gebeten wo wir dann auch mitgeteilt bekamen wie sich unsere zwei Krümel so entwickelt haben. Es waren einmal ein Siebenzeller und einmal ein Achtzeller. 
Hier ein Foto von den Beiden:

Auch mussten wir beide zwei Verträge unterschreiben... Einmal einen Behandlungsvertrag und einmal einen Vertrag über die Kryokonservierung von Eizellen, Zygoten und Embryonen



Dann durften mein Mann und ich in den Transferraum... 
Ein Bild des Raumes hab ich euch ja schon in einem vorherigen Post gezeigt.
Dort hieß es dann nochmal kurz warten bis der Arzt kam... 
Uns wurde dann auf einem extra kleinen Monitor nochmal unsere Eizellen gezeigt und man konnte zusehen wie sie von der Kanüle bzw. der Spritze aufgesogen wurden. Dann wurde mir dieser lange dünne und biegsame Schlauch in die Gebärmutter gelegt und die Eizellen wurden hineingespült. Mit Hilfe eines Ultraschalls kontrollierte der Arzt dann noch, dass auch wirklich alles da ist wo es hingehört... die Eizellen sind zwar zu dem Zeitpunkt viel zu klein um sie zu sehen, aber direkt neben ihnen wurden zwei kleine Luftbläschen angebracht welche sich als heller Fleck auf dem Monitor abzeichneten.
Der Arzt wünschte uns alles Gute und viel Glück und wir durften dann noch etwas Musik hören und ich sollte noch mind. 10 Min. liegen bleiben.

Es war schon ein komisches Gefühl danach heim zu fahren... immer den Gedanken und die Hoffnung im Hinterkopf, dass die kleinen Krümel sich doch bitte einnisten sollen... Über diese ganze Prozedur war ich übrigens von der Klinik her krank geschrieben. Drei Tage nach Transfer sollte ich dann wieder arbeiten gehen.

Was allerdings in meinem Fall keine so gute Idee war. Die körperliche Anstrengung und der Stress in der Küche waren zuviel für meinen Körper! Am zweiten Tag bin ich in der Küche während eines besonders stressigen Abends regelrecht zusammengebrochen. Ich hatte Schwindelanfälle, Herzrasen und ich war unglaublich zittrig. Sobald mich jemand ansprach brach ich in Tränen aus! 

Also am nächsten Tag wieder zum Arzt und nochmal krank geschrieben... aber ich befürchte dass diese zwei Tage schon ausgereicht haben diesen Versuch zu Nichte zu machen. Die langen Arbeitszeiten, das viele Stehen ohne Pause und der Stress sind gift für meinen Körper. Das bestätigte mir auch mein Arzt. Er meinte es sei ja so schon nicht so einfach schwanger zu werden in so einem Beruf, aber dann noch die komplizierte Angelegenheit einer ICSI damit zu verbinden, wo der Körper eigentlich Ruhe braucht, seien eigentlich nicht zu vereinbaren und ich sollte mir doch Gedanken darüber machen was mir wichtiger wäre... die Arbeit oder der Kinderwunsch!

Es kam dann leider wie es kommen musste und wie ich es mir eigentlich auch schon gedacht hatte... der Bluttest nach 14 Tagen war negativ... 
Obwohl ich ja damit schon gerechnet hatte war es trotzdem niederschmetternd dieses Ergebnis am Telefon zu erfahren... 
Mein Mann hat versucht mich zu trösten, obwohl es ihm selber auch nicht gut ging und dafür liebe ich ihn nur noch mehr!!! 

Dann standen wir vor der Entscheidung wie es nun weiter gehen soll... wann würden wir den nächsten Versuch wagen und wie sollte das mit meiner Arbeit geregelt werden...

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