Dienstag, 4. Februar 2014

Der lange Weg zum Wunschkind (Teil1)

Wenn ich heute so zurückblicke, dann bin ich teilweiße doch ziemlich erschrocken wie lange unsere Behandlung bis heute gedauert hat. Und ich kann wirklich nicht sagen wie ich die Monate rum bekommen hab... bin nämlich ein äußerst ungeduldiger Mensch ;-)

Vor ca. 1 Jahr hatten wir unser Erst-Gespräch in der Klinik. An dem Tag wird noch keine Untersuchung gemacht. Die Ärzte wollen die Krankenvorgeschichte von einem wissen und je nachdem wie viel man schon sagen kann erklären sie welche Methode der künstlichen Befruchtung für einen in Frage kommt. Bei uns stand damals schon fest, dass wir eine ICSI machen lassen müssen. (Die Intrazytoplasmatische Spermieninjektion, kurz ICSI ist eine Methode im Rahmen der In-Vitro-Fertilisation (IVF), bei der ein Spermium des Mannes in das Zytoplasmabzw. Ooplasma einer Eizelle der Frau injiziert wird) Wir bekamen das Verfahren genauestens erklärt und auch die Kosten kamen zur Sprache - so ein Wunschkind ist nicht gerade billig!
Leicht verwirrt, aber trotzdem mit guter Hoffnung weil wir wussten, dass uns geholfen werden kann ging es dann wieder heim. 
Kurz darauf fand ein Infoabend in der Klinik statt wozu uns ein Arzt gerate hatten hinzugehen... es kam zwar nichts großartig neues zur Sprache, aber ich fand es dennoch gut, dass wir dort waren. Im ersten Moment denkt man wirklich man steht mit dem Problem der Kinderlosigkeit alleine da, aber als ich mich damals in dem Raum umsah wurde mir klar, dass wirklich sehr viele Paare dieses Problem haben... Ich dachte damals, da müssten sehr viele ältere Paare sitzen bei denen es halt wegen dem Alter nicht mehr so klappen will, aber nein - da waren Pärchen die teilweiße sogar noch jünger waren als mein Mann und ich... ich war wirklich sehr erstaunt - obwohl ja eigentlich klar ist, dass man sowas einem Mann oder Frau nicht an der Nasenspitze ablesen kann... ich war was das ganze Thema anging doch ziemlich naiv am Anfang!

Soweit so gut... Mein erster Testzyklus stand an. Ich sollte mich am ersten Tag meines Zyklus in der Praxis melden und einen Termin für den 3 oder 4 Tag ausmachen... Leider kam meine Mens Freitag Abends und Montags drauf war Feiertag... also zog sich das etwas hin und ich musste bis zum nächsten Zyklus warten. Dann klappte aber alles gut und ich saß am 3. Zyklustag in der Klinik und mithilfe des Ultraschalls wurde überprüft ob bei mir alles soweit in Ordnung sei... Ich musste im Laufe der nächsten Tage bzw. Wochen noch öfters hin und es wurde geschaut ob auch wirklich eine Eizelle ranreift und ob die Schleimhaut sich gut aufbaut. Dies war der Fall^^ Also alles super bei mir! Zur gleichen Zeit musste mein Mann nochmal ein Spermiogramm machen. Die Anzahl der Spermien hatte sich zwar erhöht, aber war bei weitem noch nicht genug, dass wir es auf eine andere Art und Weise, geschweige denn auf natürlichem Weg, probieren konnten. 

Als nächsten bekamen wir beide eine Impfung. Mein Mann wurde gegen Keuschhusten und ich gegen Keuschhusten und Röteln geimpft. Durch den Lebendimpfstoff von der Rötelimpfung durften wir die nächsten drei Monate nicht schwanger werden... Die Zeit hat sich schon ziemlich lang hingezogen bis wir richtig weiter machen konnten... und das obwohl bei mir mittendrin noch die Gebärmutterspiegelung gemacht wurde. Dabei wird die Durchlässigkeit der Gebärmutterschleimhaut überprüft. Nicht dass man nachher da sitzt mit den befruchteten Eizellen und kommt damit nicht bis in die Gebärmutter rein... das wäre wirklich blöd!!!  Ich war relativ aufgeregt vor dem Eingriff, da es meine erste Op bzw. meine erste Vollnarkose überhaupt war! Aber alles verlief gut und ein weiterer Schritt war getan. 

Wir hatten die ganze Zeit auch immer noch die Kosten im Hinterkopf und auf Nachfrage bei unserer Krankenkasse war das ernüchternde Ergebnis, dass sie nur 50% der Behandlung übernehmen wollten. Also sparen, sparen, sparen.... und dann eines schönes Morgens fiel mir ein kleiner Artikel im Wochenblatt ins Auge... die Knappschaft übernimmt seit neuesten 100% bei künstlicher Befruchtung... ein Wink des Schicksals^^
Also Kündigung bei der einen KK und Anmeldung bei der anderen! Durch einen wirklich blöden bürokratischen Fehler hatte ich allerdings keine Kündigungsfrist von 2 Monaten wie mein Mann... nein ich musste 4Monate warten... also wieder Warten... Dann endlich war es soweit.... am 1. September war auch ich Mitglied und sofort ging es los in die Klinik um unseren Behandlungsplan abzuholen :-D Und mit dem in den Händen fuhren wir auch gleich bei der KK vorbei. Ich dachte im ersten Moment dort würde man es uns schwer machen, da wir beide gerade erst dorthin gewechselt haben, aber ganz im Gegenteil... uns wurde direkt gesagt, dass die 100% übernommen werden und wir den Plan schnellstmöglich wieder zurückgeschickt bekommen würden... und tatsächlich zwei Tage später war der bewilligte Behandlungsplan in unserem Briefkasten... Juchhuu!!!!
Bald würde es los gehen...

Kommentare:

  1. Hallo Astrid!
    Ich bin gerade über Mines Blog zu dir gestoßen und wlil ich ähnliches durchgemacht habe, muss ich dir jetzt hier schreiben. Ich bin schon viel älter als du (gestern wurde ich 48...ich kann es selbst nicht gleuben, wenn ich die Zahl tippe....brrr) und ähnlich wie bei dir lernte ich mit 20 meinen Mann kennen und mein Kinderwunsch begann dann so mit 24. Bald wurde bei mir Endometriose festgestellt. Eine Bauchspiegelung und dann die Meldung, dass nur eine Eileiter durchgängig ist, ließen mal klarer sehen, aber unser Arzt damals meinte, da könnte man nichts machen. Auch das Spermiogramm meines Mannes war nicht ganz okay. Ich erhielt Hormonspirtzen, die ich auch selbst bezahlen musste. Dann wechselte ich den Arzt und er war geschockt! Er schickte mich nochmals zur Bauchspiegelung (in der Zwischenzeit hatte ich noch eine OP, weil ich dauernd zysten bekam) und dort wurde auch die Eileiter durchgängig gemacht. (das vorherige Krankenhaus konnte das nämlich nicht...deshalb die Aussage des ersten Arztes, der dort der oberste Gyn war). Danach wieder für 6 Monate eine Behandlung mit der Pille....also genau das Gegenteil!, dann mit Hormonen und zu meiner Überraschung funktionierte es dann doch! (nach 5 Jahren). Unser Wunschkind ist heute 18 =) Mit einem zweiten Kind klappte es nicht mehr....aber wir sind happy. Künstliche Befruchtung wurde uns für eine zweite Schwangerschaft dann auch vorgeschlagen, aber nach einem Kind war uns das dann nicht mehr soo wichtig. Das haben wir uns also erspart, aber es war trotzdem ein langer Weg! Aber ich will dir deshalb Mut zusprechen und dir zeigen, dass es auch nach jahren noch klappen kann! Nur nicht verzweifeln!!
    Liebe Grüße aus Österreich
    Martina

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  2. Vielen lieben Dank! Ja wenn ich sehe bei wie vielen es dann doch noch geklappt hat, dann macht mir das wirklich Mut! :-D

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